Inklusion

 

Das Menschenbild der inklusiven Pädagogik ist stets kompetenzorientiert:

                                   „Jeder Mensch kann etwas“

Die inklusive Pädagogik respektiert individuelle Unterschiede, begreift sie als Chance und als pädagogische Herausforderung jedes einzelnen Kindes und Lehrers beim gemeinsamen Lernen (Prof. Preuss-Lausitz). Sie vermittelt den Schülern Unterschiede zu tolerieren, ohne sie zu ignorieren. Hier braucht es neben der fachlichen vor allem auch die soziale Kompetenz zur Bildung des Menschen.

Gemeinsamer Unterricht erfordert integrationspädagogisches Unterrichtsverständnis individueller Lernangebote und die Öffnung des Unterrichts hinsichtlich des Lernangebotes, der Lernform und der Zeit. Zwei Strömungen - die der Waldorfpädagogik und die der anthroposophischen Heilpädagogik bilden gemeinsam ein gutes Fundament für den gemeinsamen Unterricht. Hinzu kommen die richtungsweisenden Entwicklungen in Bezug auf die Inklusionspädagogik.

Menschenwürde und Inklusion bilden eine untrennbare Einheit

Leben und Lernen innerhalb der Schule fügen sich in diesem Rahmen ein. In die Basiserfahrung der Beheimatung gegeben, differenziert sich das Lernen nach den individuellen Bedürfnissen, Begabungen, Schwächen und Neigungen und in den individuellen Lebenswiderständen. Diese sind so vielfältig, wie die Menschen selbst.

Inklusion bedeutet daher Nähe und Lebensgemeinsamkeit von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung - aber nicht notwendig ständigen gemeinsamen Unterricht. Sie bietet - und verlangt - Raum.

Gestaltungsansatz ist die Herausforderung, dass beim gemeinsamen Leben und Lernen in der inklusiven Schule, wie in allen anderen Bildungseinrichtungen, alle Kinder und Jugendlichen in dem Gefühl leben dürfen, als eigenständige Persönlichkeit anerkannt zu sein und im Gemeinschaftsleben gleichberechtigt dazu zu gehören (sense of belonging). Dieses Lebensgefühl der Anerkennung in der Gemeinschaft als  Grundsicherheit zu spüren, ist eine Vorbedingung, für Entwicklung und Lernen. Sie ermöglicht, auf gesicherter Basis in pädagogischer Vielfalt auf alle Lebens- und Lernbedürfnisse individuell einzugehen, und trotzdem das Gefühl der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft zu bewahren.

So finden zum Beispiel klassenübergreifende oder sonstige gemischte Lerngruppen, Projektarbeiten und individuelles Arbeiten statt.

Waldorfpädagogik - ein fruchtbarer Boden

Auf der Grundlage des von Rudolf Steiner erforschten Wissens um die Entwicklungsschritte des Menschen bietet die Waldorfpädagogik in ihrem methodischen Ansatz, der den gesamten Fächerkanon durchzieht, vielseitige Angebote, diesen Weg zu gestalten und zu fördern. So liegt etwa ein entscheidendes Prinzip des Waldorflehrplans in der Abstimmung der Unterrichtsinhalte und Unterrichtsformen auf die Prozesse kindlichen Lernens und die Stufen menschlicher Entwicklung in Kindheit und Jugend.

Die Waldorfpädagogik steht für

  • altersgemäßes Lernen und Erleben 
  • eine überschaubare Umgebung
  • elementare Sinneserfahrungen
  • sinnvolle Tätigkeiten
  • viel Eigenaktivität
  • schrittweises Erkunden der Welt
  • lernen über Beziehung, die Begegnung mit Menschen
  • liebevolle Zuwendung
  • Epochenunterricht und Projekte sowie zahlreiche Praktika
  • handwerklich-technisch und künstlerisch-praktischen Unterricht
  • intensive Elternarbeit
  • gemeinsame Feste und Feierlichkeiten